Zu viele Eigenfehler

“ Immer wieder haben wir uns rangekämpft und dann folgten des Öfteren drei Fehler in Folge – das ist gegen Grafing tödlich!“ Mühldorfs Trainer Michi Mayer war sichtlich unzufrieden nach der Partie des TSV Mühldorf gegen den TSV Grafing. Die Mühldorfer verloren ihr zweites Heimspiel mit 1:3 (18:25/23:25/25:21/20:25), weil die Eigenfehlerquote an diesem Tag einfach zu hoch war.

Fabian Bartsch

Die Mühldorfer gingen nervös ins Spiel, fingen sich gleich zu Beginn eine Serien ein und liefen schon nach kurzer Zeit einem 4:8-Rückstand hinterher.  Immer wieder suchte Grafings Zuspieler Fabian Wagner seinen Außenangreifer Julius Höfer, dessen starker linker Arm das Leben der Mühldorfer schwer machte. Grafing baute seinen Vorsprung aus, während Mühldorf erhebliche Defizite im Aufschlag aufzeigte. Fabian Bartsch, sonst der Punktegarant auf Mühldorfer Seite tat sich schwer, gegen die Riesen im Grafinger Block mit Julius Höfer und Thomas Stretz. Grafing setzte sich weiter ab und ließ bis zum 25:18 nichts mehr anbrennen.

Tim Aust beim Aufschlag

Auch im zweiten Satz lagen die Mühldorfer immer im Hintertreffen, nachdem alles eigentlich ganz gut begonnen hatte (3:1). Dann wieder drei Punkte am Stück für Grafing und schon hatte sich das Blatt wieder gewendet. Mühldorf blieb zunächst dran, musste dann aber die Grafinger ziehen lassen (13:16 und 14:19). Beim Stand von 17:21 sollte Tim Aust den Spielstand auf den Kopf stellen. Der Zuspieler kam für Flo Gschwendtner auf das Spielfeld und servierte einen Flatteraufschlag nach dem anderen. Fünf Punkte in Folge brachten die Mühldorfer wieder zurück ins Spiel (21:21). Dann häuften sich wieder die Fehler und Grafing machte den Sack zu (25:23)

von links: Kilian Nennhuber, Tom Brandstetter und Zied Chlaghmi

Mühldorf wollte aber noch nicht aufgeben. Die Annahmen von Libero Kilian Nennhuber waren solide, Alex Brandstetter suchte seine Angreifer und Mittel und Wege, um den gegnerischen Block auszutricksen. Vor allem Zied Chlaghmi, der später als bester Mühldorfer Spieler ausgezeichnet werden sollte, griff tief in seine Trickkiste, ließ sich bei seinen Angriffen viel Zeit, um dann die leeren Räume zu finden. 8:5 und 16:12 stand es, auch weil nun die Annahme auf Grafinger Seite um Libero Benno Voggenreiter und Julius Höfer nicht mehr so stark war, die Grafinger Aufschläge ebenso reihenweise im Netz landeten. Die Grafinger kämpften sich wieder heran (18:19), doch Mühldorf blieb nervenstark, holte sich den Satz mit 25:21, nachdem Fabian Bartsch im passenden Moment seine Aufschläge im gegnerischen Feld untergebracht hatte.

Grafinger Kapitän Fabian Wagner

So euphorisch wie die Mühldorfer dann die Seite gewechselt haben, so schnell hatten sie die Grafinger wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der Satz war gerade erst angepfiffen worden, da führten die Mannen um Kapitän Fabian Wagner bereits mit 4:1. Auszeiten auf Mühldorfer Seite brachten nicht den gewünschten Erfolg, zumal der nun eingewechselte Dominik Stork über die Mitte frischen Wind ins Spiel der Grafinger brachte. Beim 2:5 versuchte es Michi Mayer mit Hauke Ferch, der für Fabian Bartsch auf das Spielfeld kam. Doch Grafing hielt das Polster von drei, vier Punkten immer aufrecht. Bartsch kehrte beim 17:22 zurück auf das Spielfeld, doch an der Niederlage konnte er nichts mehr ändern (20:25).

Abhaken, heißt es bei den Mühldorfer Volleyballern, die mit zehn Punkten aktuell den sechsten Tabellenplatz einnehmen und den Blick schon auf das nächste Spiel werfen. Am kommenden Samstag geht es zu den Blue Volleys nach Gotha, aktuell punktgleich Tabellenachter.

Text: Kathrin Enzinger / Bilder: Rainer Preß

Aufzeichnung des Livestreams, Spielstart bei Minute 25: