Zu hoch, zu schnell, zu gut: Volleyballer verlieren gegen Gotha

2. Volleyball-Bundesliga: Gegen die 2-Meter-Jungs aus Thüringen erwischten die Mühldorfer einen rabenschwarzen Tag

Michael Mayer (links) mit Josef Wolf

„Große Gräten“ – so hatte Mühldorfs Trainer Michi Mayer die Gäste am Samstagabend in der Mühldorfer Mittelschulturnhalle bezeichnet. Und tatsächlich: Mt ihrer enormen Reichweite haben es die Spieler des VC Gotha den Mühldorfer nicht gerade leicht gemacht. Verdient holte sich der VC Gotha im Auswärtsspiel der 2. Volleyball-Bundesliga beim TSV Mühldorf den Sieg. Klar mit 3:0 wiesen die Thüringer die Gastgeber aus der Innstadt in die Schranken. Beim 20:25, 19:25 und 21:25 waren es zu viele Eigenfehler der Mühldorfer, die am Ende der Gothaer jubeln ließen. Der Aufsteiger aus Mühldorf hatte aber auch einen rabenschwarzen Tag erwischt. Quer durch die Mannschaft gab es eine hohe Eigenfehlerquote, es hakte an allen Ecken und Enden.

Tom Brandstetter beim Angriff

Dabei sah es in der Anfangsphase der Partie gar nicht so schlecht aus. Mühldorf hielt gut mit, war bis zum 17:16 auf Augenhöhe. Dann eine umstrittene Entscheidung zugunsten der Thüringer, 17:17 – und Mühldorf beginnt zu zaudern, spielt nicht mehr mit der letzten Konsequenz und verliert den Satz mit 20:25, nachdem Gothas bester an diesem Tag, Diagonalspieler Yann Böhme, mit drei harten Aufschlägen das Schicksal der Mühldorfer in Satz eins besiegelt hatte.

Es war überhaupt das Spiel des starken Linkshänders auf der Diagonalposition, den die Mühldorfer einfach nicht in den Griff bekamen. Immer wieder tankte sich der 2,03 Meter große Hüne über Position zwei durch und forderte alles von der Mühldorfer Abwehr. Mühldorf blieb zunächst noch dran (10:11), konterte mit schnellen Bällen, die Zuspieler Alex Brandstetter aber nur dann zaubern konnte, wenn die Annahme passte. Dann aber wieder Unkonzentriertheiten gegen eine fehlerlos spielende Gothaer Mannschaft, die jede fehlende letzte Konsequenz im Angriff mit einem direkten Punktgewinn bestrafte. Beim 12:17 war klar: So einen Rückstand würde Gotha nicht mehr aus der Hand geben (19:25).

Vielleicht sollte ja die Wende in Durchgang drei kommen? Zu Beginn sah es jedenfalls danach aus: Mit 6:3 lagen die Mühldorfer in Front, als Yann Böhme am Aufschlag wieder sämtliche Hoffnung der Mühldorfer zunichtemachte (6:6) und die Gäste schnell wieder die Führung an sich rissen (7:8). Gotha drehte richtig auf, griff gewaltig an und mit dem Jugendnationalspieler Anselm Rein im Aufschlag bauten die Gothaer ihre Führung auf 20:16 aus. Beim 20:21 keimte Hoffnung auf, dass Mühldorf das Spiel noch drehen konnte. Dann aber führten Abstimmungsprobleme und technische Fehler dazu, dass Gotha auf 23:20 enteilte. Den Sieg ließen sie sich nicht mehr nehmen. Symptomatisch an diesem Tag: Mit einem Hammeraufschlag beendet Gothas Bester, Yann Böhme die Partie (25:21).

Die Chance zur Revanche lässt übrigens nicht lange auf sich warten. Das Rückspiel steigt schon nächste Woche: Am Sonntag geht es nach Gotha, einen Tag zuvor gastieren die Mühldorfer beim Tabellenfünften Hammelburg.

Text: Enzinger / Bilder: Rainer Preß