Sieger im Krimi von Dresden

Auf den Punkt genau in Topform zeigte sich die erste Herrenmannschaft des TSV Mühldorf am ersten Spieltag des neuen Jahres. Im Spitzenspiel der 3. Liga Ost zwangen die Mannen um Trainer Michi Mayer den Verfolger vom VC Dresden mit 3:1 in die Knie, bescherten damit den bislang zu Hause ungeschlagenen Sachsen die erste Heimniederlage. 220 Zuschauer in der Sporthalle an der Bürgerwiese erlebten beim 21:25, 30:28, 25:21 und 28:26 aber einen Krimi.

Knapp fünf Stunden Anfahrt hatten die Mühldorfer Volleyballer in den Knochen, davon war aber in der Partie am Abend nichts zu merken. Mühldorf ging in Dresden gleich voll auf Angriff, agierte selbstbewusst mit Alex Brandstetter im Zuspiel und den beiden Mittelblockern Iven Ferch und Nico Philipeit im Block. Fabian Bartsch und Tom Brandstetter sollten es im Außenangriff richten und Nelson Druck als Diagonalspieler ausüben. 9:6 lautete die Führung Mühldorfs schon nach kurzer Zeit, später 14:10, alles schien nach Plan zu laufen – bis Nils Püschel zum Aufschlag kam und die Wende einleitete (17:18). Mühldorf konnte noch ausgleichen (21:21). Doch mit Martin Kroß am Aufschlag besiegelten die Dresdner die Aufholjagd mit einem 25:21.

Charles Kahn

Mayer reagierte personell, ließ zu Beginn des ersten Satzes den wiedergenesenen Charles Kahn auflaufen, der mit seinen effektiven Aufschlägen Dresden unter Druck setzen sollte, doch schon beim 1:2 kam dann Floh Gschwendtner für ihn als Mittelblocker auf das Feld. Zunächst war es Dresden mit Vorteilen (6:9), doch Mühldorf steckte nicht auf, blieb dran, bis endlich der 17:17-Gleichstand hergestellt war. Jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der sich lange hinzog. Mayer taktierte, wechselte Kahn bei der 28:27-Führung ein, nachdem er vorher schon Nico Philipeit für Alex Brandstetter als zusätzlichen Blockspieler gebracht hatte. Schließlich waren es die platzierten Aufschläge vom zurückgewechselten Alex Brandstetter, die den Krimi mit einem 30:28 beendeten. Dresden und Mühldorf dann weiterhin auf Augenhöhe, absolut ebenbürtig.

Absetzen konnte sich in Durchgang drei, in dem nun Flo Gschwendtner neben Iven Ferch von Anfang an blockte, bis zum 13:12 niemand. Eine kleine Schwächephase der Dresdner zu Beginn (6:10) konnten die Sachsen nämlich wieder ausgleichen. Dann aber setzten sich die Mühldorfer auf 16:12 ab und hielten Dresden bis zum Schluss auf Distanz. Bei Satzball Mühldorf oblag es schließlich wieder Joker Charles Kahn, den Satz zuzumachen (25:21).

Wer nun glaubte, dass Dresden klein beigeben würde, hat in Durchgang vier die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Mayer stellte die Mannschaft erneut etwas um, Nico Philipeit blockte neben Iven Ferch und wieder war kein Favorit auszumachen. Eine kurze Schwächephase der Mühldorf nutzte dann aber Dresdens Christian Heymann, der später zum wertvollsten Spieler gewählt werden sollte, um mit seinem Service die Dresdener auf 19:16 davonziehen zu lassen. Mayer reagierte, brachte für Nelson nun Fabian Liemer als Diagonalspieler, um die Abwehr etwas zu stabilisieren und tatsächlich wendete sich das Blatt. Mühldorf zog gleich (21:21), es folgte ein Rückwechsel von Nelson, Mühldorf wehrte einen Satzball Dresdens ab und bei Aufschlag Thomas Brandstetter war der Sieg schließlich unter Dach und Fach (28:26).

Druckvolle Aufschläge und eine starke Blockarbeit, vor allem von Iven Ferch, an diesem Tag bester Mühldorfer Spieler, waren die Garanten für den Erfolg, der die Mühldorfer einen großen Schritt an die 2. Bundesliga näher brachte. Denn nachdem Friedberg beim ASV Dachau mit 2:3 unter die Räder gekommen war (bei einem Spiel mehr auf dem Konto), beträgt der Vorsprung gegenüber Friedberg nun drei Zähler. Der TSV Eibelstadt, der den VC Zschopau mit 3:1 geschlagen hat, hat bereits sechs Zähler Rückstand auf Mühldorf.

Text: Josef Enzinger – Mühldorfer Anzeiger / Bilder: Rainer Preß