Serie nach sechs Siegen gerissen

Etwas länger als eine Stunde hat es gedauert, dann auch schon alles wieder vorbei: Nach einem klaren 0:3 (20:25/20:25/16:25) mussten die Mühldorfer unverrichteter Dinge die Heimreise nach dem Zweitliga-Spiel beim TSV Grafing antreten. Damit ist gleichzeitig eine Serie der Mannschaft um Mühldorfs Trainer Michi Mayer gerissen. Sechs Mal in Folge hatten die Mühldorfer gewonnen, waren bis auf Rang sechs in der Tabelle vorgerückt. Doch gegen die „beste Zweitliga-Mannschaft dieser Saison“, wie Trainer Michi Mayer die Grafinger adelte, war einfach kein Kraut gewachsen. Jetzt sind die Mühldorfer Siebter.

Hatten die Grafinger beim 1:3 im Hinspiel die Mühldorfer offenbar noch unterschätzt, gingen sie bei ihrem Heimspiel hochkonzentriert zur Sache. Von Beginn an machten die Mannen um den erneut glänzend aufgelegten Zuspieler Fabian Wagner Druck auf die Mühldorfer, die immer einem Rückstand hinterher hechelten. Zu Beginn noch auf Augenhöhe (6:7) war es die Dominanz der Grafinger am Netz, gegen die die Mühldorfer an diesem Tag einfach kein Mittel fanden. Mühldorf war allerdings geschwächt angetreten. Ein Routinier wie Zied Chaghmi, der wegen einer Knieverletzung pausieren muss, mit all seiner Erfahrung hätte dem Spiel der Mühldorfer gut getan.

Hauke Ferch und auch Fritz Vähning verkauften sich gut, bekamen gute Noten von Trainer Michi Mayer. „Aber Block und Angriff von Grafing waren einfach überragend. Grafing hat mehr als verdient gewonnen!“ Vor allem an Julius Höfer bissen sich die Mühldorfer am Netz die Zähne aus. Der 2,01 Meter große Außenangreifer haute die Bälle über den Bock der Mühldorfer. „Unser Ziel war es Julius Höfer aus dem Weg zu gehen, nichts über ihn zu spielen. Doch der Plan ist nicht ganz aufgegangen, auch weil die Annahme nicht präzise genug war“, so Mayer.

Auf 17:20 kamen die Mühldorfer im ersten Durchgang ran, auf 13:16 im zweiten. Doch immer dann legten die Grafinger noch eine Schippe drauf, jeweils mit 25:20 hielten die Gastgeber Mühldorf in den ersten beiden Sätzen auf Distanz.

MVP Tom Brandstetter

Und doch gab es einen Moment, in dem auch die Mühldorfer mal in Führung gingen. In Durchgang Nummer drei lagen die Innstädter mit 2:1 vorne. Das 4:4 ließ Hoffnung aufkeimen, dass da noch etwas möglich wäre. Doch dann summierten sich die Eigenfehler, Schwächen in der Annahme traten auf. Konsequent zogen die Bärenstädter ihr Ding durch zum am Ende etwas enttäuschenden 16:25 aus Mühldorfer Sicht. Trainer Michi Mayer hatte noch Charles Kahn für Flo Gschwendtner im Mittelblock gebracht (bei 7:14). Aber weder er, noch Hauke Ferch, der bei 6:11 für Fritz Vähning im Außenangriff ins Spiel gekommen war, konnten das Spiel drehen.“Schwamm drüber, wir konzentrieren uns jetzt auf die nächste Aufgabe“, will Trainer Mayer die Partie schnell abhaken und seine Jungs auf das nächste Heimspiel einstimmen. Am Samstag gastiert Gotha in Mühldorf (19 Uhr) und damit die Mannschaft, die am Samstag mit einem 3:0-Sieg über Leipzig die Mühldorfer in der Tabelle überholt hat und nun auf Platz 5 steht.

Text: Enzinger / Bilder: Bartsch