Samstag 2. Heimspiel: Das Duell der Zuspieler

Wiedersehen mit Mühldorfer Eigengewächs Fabian Wagner

Alex Brandstetter

Zweites Heimspiel und dann gleich ein Klassiker: Zum oberbayerischen Derby empfängt der TSV Mühldorf am Samstagabend um 19 Uhr die Mannschaft des TSV Grafing in der Mittelschulturnhalle. Der Zweite trifft auf den Fünften der 2. Volleyball-Bundesliga und der Fokus wird sich dabei auf die beiden Zuspieler richten. Auf Mühldorfer Seite hat sich in der noch jungen Saison Alex Brandstetter (Titelbild) bereits Lorbeeren verdient. Der 23-jährige wurde in fünf Spielen bereits zweimal zum wertvollsten Spieler auf Mühldorfer Seite gekürt. Sein Gegenspieler auf Grafiner Seite, Fabian Wagner, darf bereits vier Auszeichnungen für sich verbuchen. Ein Duell der Zuspieler also? Möglicherweise. Auf jeden Fall aber ein Wiedersehen mit einem beliebten Spieler, der vor sieben Jahren von Mühldorf auszog, um sich im Profibereich zu etablieren.

Und das ist Fabian Wagner gelungen. Der Niedertaufkirchener hatte sein Volleyballhandwerk in Mühldorf erlernt, verhalf mit seinen harten Aufschlägen und seinem Zuspieltalent den Mühldorfern vor sieben Jahren zum Aufstieg in die Regionalliga, bevor es in nach Grafing verschlug.  „Ich freue mich riesig, dass ich dorthin zurückkehre, wo ich die längste Zeit meines Volleyballer-Lebens verbracht habe. Ich freue mich auf viele bekannte Gesichter!“, sagt der 31-Jährige.

Die Gesichter von den Zuschauern werden freilich hinter einer Maske verborgen sein, wenn das Spiel in der Mittelschulturnhalle um 19 Uhr angepfiffen wird. Zu Beginn der Woche herrschte noch Unsicherheit, ob das Oberbayernderby aufgrund der hohen Inzizendzahl von über 100 überhaupt vor Zuschauern durchgeführt werden kann. Am Donnerstag dann signalisierte das Landratsamt: Zuschauer sind möglich, weil die Inzidenzzahl auf unter 100 gefallen war, es dürfen auch theretisch 200 Besucher in die Halle, allerdings ist das Tragen einer Maske Pflicht. „Wir freuen uns natürlich, wenn wir weiterhin vor Zuschauern spielen dürfen. Das gibt uns Auftrieb“, sagt Mühldorfs Trainer Michi Mayer zum bevorstehenden Derby.

Florian Gschwendtner

Auftrieb haben die Mühldorfer nach dem sensationellen 3:0-Sieg vergangene Woche gegen den SV Schwaig. Vor allem hat Trainer Mayer erkannt, dass Zuspieler Brandstetter immer besser mit seinen Angreifern harmoniert. „Vor allem das Zusammenspiel mit den Neuzugängen wird immer flüssiger!“, bescheinigt ihm Trainer Michi Mayer auch einen großen Ideenreichtum, um den gegnerischen Block immer wieder vor neue Aufgaben zu stellen.“Das Zuspiel über die Mitte klappt immer besser. Flo Gschwendtner hat hier einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht“, sagt Mayer. Wichtig: Es ist nicht mehr nur Diagonalspieler, der das Heft des Handelns in die Hand nimmt. Thomas Brandstetter, zuletzt MVP auf TSV-Seite, war ihm mit elf Angriffspunkten fast ebenbrütig (Bartsch hatte zwölf). Auf immerhin acht Punkte kam Flo Gschwendtner, fünf davon im Block, der beste Aufschläger war dann aber wiederum Alex Brandstetter mit sieben Winner-Punkten.

Bei aller Euphorie hat Trainer Mayer am Samstag auf einer Position ein Problem: Es darf sich keiner seiner Mittelblocker einen Ausfall – körperlich wie spielerisch – erlauben. Charles Kahn hat sich nämlich im Training nach einem Zusammanstoß das Jochbein gebrochen, muss wohl operiert werden und fällt wohl länger aus. Und Nico Philipeit ist nach wie vor aus dienstlichen Gründen verhindert. „Ich überlege bereits, ob ich mir ein Trikot überstreifen soll“, erwägt Mayer einen möglichen Einsatz. Denn auch Fabian Liemer zwingt die Sprunggelenksverletzung noch zur Pause. „Er steigt nächste Woche erst wieder ins Training ein.“  Stressen lässt sich Mayer davon freilich nicht: „Wir haben zehn Punkte in fünf Spielen geholt. Wir stehen besser da, als wir anfangs gedacht haben.“

Trainer Michi Mayer

Zehn Punkte – mehr hat der TSV Grafing auch nicht. Er rangiert aber besser als die Fünften aus Mühldorf in der Tabelle, nämlich auf Rang drei, weil die Grafiner bislang einen Sieg mehr zu verbuchen hatten. Nachdem die Grafinger drei Mal über alle fünf Sätze gehen mussten, blieben Punkte beim Gegner liegen.

Mühldorfs Trainer Mayer ist sich sicher: Grafing könnte locker in der 1. Liga spielen, wenn sie denn wollten. Mayer stellt sich auf extrem starke Gegner ein. Vor allem auf Julius Höfer, der an der Seite von Fabian Wagner schon ein Beach-Masters in Mühldorf gewonnen hat, hat Mayer den Blick gerichtet. „Ein saustarker und brangefährlicher Linkshänder mit einer guten Annahme.“ Mayers Marschrichtung: „Keine Spezielle: Ich will einfach jedes Spiel gewinnen!“

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