Mühldorf knöpft Dresden drei Punkte ab

VC Dresden kommt ersatzgeschwächt und produziert zu viele Fehler
Fabian Bartsch haute den Gästen aus Dresden die Bälle im ersten Satz um die Ohren, Till Sittner tat das Gleiche in Durchgang drei. Beide beeindruckten die Trainer des Gegners damit so stark, dass sie letztlich zu MVPs gewählt wurden. Gejubelt hat am Ende aber nur ein Team: Mühldorf bezwang in der 2. Volleyball-Bundesliga die Sachsen mit 3:1.

Im ersten Satz benötigten beide Teams etwas Zeit, um sich warm zu spielen. Dresden erwischte trotz 450 Kilometer weiter Anreise den besseren Start, ging mit 3:1 in Führung, den Mühldorf aber relativ schnell zum 8:6 umdrehte. Dann aber setzte sich Dresdens Benno Hartung in Szene, als er das Spiel zum 12:8 drehte, weil die Mühldorfer kein Rezept gegen die Aufschläge des Diagonalspielers fanden. Flo Gschwendtner feierte danach einen Blockerfolg nach dem anderen und nachdem Fabian Bartsch mit seinem Aufschlag einen 12:15-Rückstand in eine 21:15-Führung umgewandelt hatte, war den Dresdnern der Zahn gezogen (25:20).

Relativ offen gestaltete sich der zweite Durchgang, der mit einer leichten Führung für Mühldorf begann. Doch die Hausherren agierten zunehmend hektisch. Das Zuspiel von Alex Brandstetter war zu schnell, die Angreifer waren damit überfordert und Dresden riss die Führung an sich (9:7). Mühldorf glich zunächst aus (10:10) und erarbeitete sich erst eine 17:14- und dann eine 19:15-Führung, nachdem Laurenz Welsch und Tom Brandstetter die Sachsen mit ihrem Aufschlag unter Druck gesetzt hatten. Vor den Augen des anwesenden Jugendbundestrainers Dominic von Känel zeigten dann abwechselnd Laurenz Welsch auf Mühldorfer Seite und Mittelblocker Karl-Lennart Klehm bei den Dresdenern, was sie drauf haben. Den Satz ließen sich aber die Mühldorfer nicht mehr nehmen (25:19).

Felix Weishaupt beim Angriff. Oft war der Block von Flo Gschwendtner und Alex Brandstetter im Weg.
Foto: Fabian Bartsch

Im vierten Durchgang war die Partie lange ausgeglichen, erneut mit der obligatorischen Führung für Dresden, bevor der Mühldorfer Angriff mit Fabian Bartsch und Laurenz Welsch zündete. Auf Dresdener Seite allerdings die Fehlerquote zu hoch. Viele Aufschläge landeten darüber hinaus im Aus oder im Netz, so dass Mühldorf eine komfortable 21:15-Führung herausspielen konnte. Dresdens Coach reagierte, brachte Till Sittner ins Spiel – und hatte damit eine Top-Auswahl getroffen. Denn der Außenangreifer servierte nach Belieben. Nicht hart, aber platziert, auf jeden Fall hatte die Annahme ihre Probleme. Anstatt zu wechseln, mit Leo Tille sitzt schließlich ein hervorragender Annahmespieler auf der Bank, ließ Mühldorfs Coach Heiko Roth seine Mühldorfer ohne Wechsel weiterspielen. Dresden wurde immer stärker, Sittner drehte erst mit seinem Service den Spielstand zum 22:21 und mit seinen fünf Kumpeln auch den Satz zum 25:23.

Umso besser lief es für Mühldorf dann in Durchgang Nummer vier. Schnell hatte sich die Roth-Truppe eine komfortable Führung herausgespielt (9:6), baute diese aus (13:7) und verwaltete diesen Vorsprung souverän bis zum Ende (25:20).

Mühldorf macht mit dem Sieg einige Plätze gut, klettert von Rang neun auf Platz acht hoch, während Dresden einen Platz weiter nach unten auf Rang elf abrutscht.