Licht und Schatten bei den Bundesliga-Volleyballern

Zwei Spiele, drei Punkte – die Mühldorfer Zweitliga-Volleyballer sind zufrieden mit der Ausbeute aus den beiden Spielen am vergangenen Wochenende. Beim 0:3 am Samstag gegen den Tabellendritten TV/DJK Hammelburg war Mühldorf zwar dran, konnte aber in den entscheidenden Situationen nicht punkten. Anders präsentierten sich die Mühldorer dann am Sonntag darauf gegen den SV Schwaig. Weil jeder einzelne Spieler über sich hinausgewachsen war, feierten die Mühldorferam Ende einen 3:0-Erfolg gegen den Sechsten.

Josef Wolf und Michael Mayer

„Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, Hammelburg nicht. So gewinnt man dann auch kein Spiel“, lautete das nüchterne Fazit von Mühldorfs Trainer Michi Mayer. Am Ende jubelten die Hammelburger, die sich mit 25:23, 25:15 und 29:27 durchsetzten. Mayer ließ den erst 16-jährigen Fritz Vähning anstelle des verletzten Tom Brandstetter in der Startformation auflaufen. Über die Mitte vertraute Mayer diesmal wieder auf seine beiden Stammspieler Florian Gschwendtner und David Fecko. Fabian Bartsch sollte an seine Leistung der Vorwoche im Außenangriff anknüpfen, Tobi Besenböck über Diagonal punkten.

Alex Brandstetter (10)

Mühldorf begann couragiert, Zuspieler Alex Brandstetter setzte mit seinem schnellen Zuspiel vor allem seine Mittelblocker ein, vor allem David Fecko, der in der Vorwoche gegen Dresden zweitbester Scorer aus Seiten der Mühldorfer war. Lange hielt Mühldorf in diesem ersten Satz mit, wenngleich Fabian Bartsch diesmal nicht die Durchschlagskraft der Vorwoche entwickeln konnte. Mühldorf verlor mit 23:25. Der TSV befand sich in Durchgang zwei schnell im Hintertreffen, nachdem Hammelburgs stärkster Angreifer Lorenz Karlitzek hart aufgeschlagen hatte und auch die Angriffe der Hammelburger immer das Loch in der Mühldorfer Verteidigung fanden. Mit Power Tips, also vielen gelegten Bällen, stellten die Hammelburger Mühldorf vor große Herausforderungen. Viel zu viele Aufschläge landeten im Aus, Hammelburg enteilte den Mühldorfern (10:19). Ein klares 15:25 war die Folge.

vorne: David Fecko

Erst im dritten Satz kehrte bei Mühldorf die Motivation zurück. Einen 1:4-Rückstand wandelte der TSV, der mit Luis Großmann anstelle von Flo Gschwendtner begonnen hatte, zur 9:6-Führung um. Mühldorf nun obenauf. Doch bei einer 23:21-Führung der Mühldorfer dann der Schockmoment, als Hammelburgs Moritz Rauber nach einem Block vor Schmerzen schreiend am Boden liegen blieben. Er war umgeknickt, hat sich nach ersten Einschätzungen die Außenbänder gerissen. Für ihn kam Severin Hauke ins Spiel, das sich nun komplett wenden sollte. Weil die Aufschläge der Mühldorfer im Aus landeten und Hammelburg Sieger bei langen Ballwechseln war, hieß es plötzlich Matchball für Hammelburg (23:24). Zweimal stemmte sich Mühldorf mit beherzten Netzaktionen dagegen, den dritten Matchball ließen sich die Hammelburger aber nicht mehr nehmen (29:27).

Mund abwischen, weitermachen: Tatsächlich fassten sich die Mühldorfer am Sonntag ein Herz, boten gegen den SV Schwaig in der eigenen Halle Volleyball auf hohem Niveau. „Die Aufschläge sind gekommen, und das hat Schwaig vor ein unlösbares Problem gestellt. Wir haben gekämpft und hatten diesmal auch in den entscheidenden Situationen das Glück der Tüchtigen“, äußerte sich Außenangreifer Fabian Bartsch maximal zufrieden über die Partie. Es war wiederum Bartsch, der die Bälle wie kein Zweiter auf Mühldorfer Seite gefordert hatte. Am Netz, aus dem Hinterfeld und dann auch noch knallhart serviert: Mit ein Grund, weshalb ihn der Gästetrainer Milan Maric nach dem 3:0-Sieg der Mühldorfer (27:25, 26:24, 25:23) zum MVP auserkoren hatte.

Mühldorf begann furios, hatte sich schnell eine passable 9:2-Führung im ersten Satz erspielt. Doch Schwaigs bester Angreifer, Michal Dzierwa, belohnte sich an seinem Geburtstag selbst mit wohlüberlegten Angriffen, war neben Mittelblocker Christian Starosczik der Mann, der es verstand, den Mühldorfern direkte Punkte einzuschenken. Tatsächlich übernahm Schwaig sogar die Führung (17:19). Doch Mühldorf blieb dran, wehrte einen Satzball ab und vor allem wegen des starken Blocks von Luis Großmann und der beherzten Angriffe von Diagonalspieler Tobi Besenböck zogen die Mühldorfer den Satz mit 27:25 an Land.

Der zweite Satz begann ähnlich. Schnell hatte sich Mühldorf eine 5:1-Führung erspielt, die Schwaig aber Zug um Zug wieder kassierte (10:10), weil sich Youngster Fritz Vähning eine kurze Schwächephase in der Annahme leistete. Mit der Einwechslung von Hauke Ferch stabilisierte sich die Annahme und Mühldorf hielt weiter mit. Wieder war es das Team aus Schwaig, das den ersten Satzball hatte (23:24). Doch Tobi Besenböck drehte die Partie. Erst im Angriff, dann im Aufschlag erzeugte er den notwendigen Druck, um den Mühldorfer Satzgewinn (26:24) zu sichern.

MVP am Samstag: Kilian Nennhuber

Die Euphorie einer klaren 2:0-Führung nahmen die Mühldorfer mit in den dritten Satz, in welchem zunächst Schwaig leichte Vorteile hatte (4:5). Wieder war es Tobi Besenböck, der mit einem starken Aufschlag den Vorsprung der Schwaiger wieder zunichtemachte (9:8) und erspielte sich eine Drei-Punkte-Führung (16:13). Zu stabil standen der Block der Mühldorfer und auch die Feldverteidigung um Libero Kilian Nennhuber, sodass Mühldorf auf 21:18 davoneilte. Den zweiten Matchball verwandelte der TSV schließlich zum 25:23-Erfolg.

Und ein Mühldorfer Trainer Michi Mayer war voll des Lobes über die Leistung seines Teams: „Wenn du 3:0 gewinnst, kannst du nur zufrieden sein.“ Er werde nicht müde, zu betonen, dass neben Routinier David Fecko (31) der älteste Spieler aufseiten der Mühldorfer gerade mal 24 Jahre alt sei. „Hier stehen drei 16-Jährige auf dem Spielfeld, die gegen eine hochklassige Zweitliga-Mannschaft bestehen. Das ist der Hammer!“, so Mayer zur Leistung von Nennhuber, Vähning und Tim Aust, der phasenweise für Tobi Besenböck ins Spiel gekommen war, um mit Alex Brandstetter eine zusätzliche Offensiv-Variante am Netz zu haben.

rechts: Fabian Bartsch

Mit nun 38 Punkten behaupten sich die Mühldorfer damit auf Rang acht, vier Punkte beträgt der Vorsprung gegenüber dem FT Freiburg auf Rang neun. Theoretisch können die Mühldorfer sogar noch den Siebten aus Leipzig abfangen, der mit fünf Punkten Vorsprung aktuell Rang sieben einnimmt. Denn zwei Spiele stehen noch an bei den Mühldorfern.

Am Samstag geht es zu Hause gegen Mainz-Gonsenheim (17 Uhr). Am Sonntag standen eigentlich die L. E. Volleys zum Saisonfinale auf der Agenda. Doch die Sachsen befinden sich in Corona-Quarantäne, das Spiel wurde verschoben.

Text: Enzinger / Bilder: Bartsch