Licht und Schatten am Wochenende

TSV Mühldorf besiegt mit Rupfmannschaft Friedrichshafen.

Vähning und Tille verletzt, Kahn im Urlaub und Welsch bei der Beachvolleyball-WM. Da war guter Rat teuer im Vorfeld der Partie zwischen dem TSV Mühldorf und den YoungStars aus Friedrichshafen in der 2. Volleyball-Bundesliga. Doch Mühldorfs Cheftrainer Heiko Roth hatte sich ein Konzept überlegt, das schließlich voll und ganz aufgehen sollte: Mittelblocker David Fecko sollte zwar in der Mitte blocken, bei den Angriffen aber mit Hauke Ferch, der die Position zwei eingenommen hatte, tauschen und dann über Diagonal angreifen. Die Rechnung ging auf: Wie aus einem Guss griffen die Mühldorfer an, sicherten sich nach nicht einmal 80 Minuten Spielzeit einen souveränen 3:0-Erfolg. Doch die Euphorie sollte sich leider nicht komplett auf das Sonntagsspiel übertragen lassen. Nach viel versprechendem Start verlor Mühldorf die Partie gegen den Tabellenzweiten aus Schwaig mit 1:3.

Zu Beginn waren es noch die jungen Talente aus Friedrichshafen, die  „Häfler“, die tonangebend waren. Zur ersten technischen Auszeit führten die Gäste in der Nutz-Arena mit 8:6. Dann aber griff immer mehr die Umstellung, die Trainer Roth vorgenommen hatte. Fecko auf die Diagonalposition zu stellen war dabei keine Willkürentscheidung des Mühldorfer Trainers. Beim Testspiel am Donnerstagabend gegen die Drittligisten des ASV Dachau hatte er zwei Sätze lang genau diese Taktik ausprobiert – und es hatte funktioniert. Mit 3:1 hatten die Mühldorfer das Team aus Dachau besiegt.

Am Samstag dann lag es zunächst an einem glänzend aufgelegten Fabian Bartsch, dass die Mühldorfer nach anfänglichem Rückstand den Spielstand egalisieren konnten (11:11). Danach spielte Mühldorf konzentriert. Die 2-Meter-Hünen der Friedrichshafener, Philipp Herrmann und Carl Möller, forderten über die Mitte Mühldorfs Bockspieler. Doch Hauke Ferch und Flo Gschwendtner waren da, wenn es darauf ankam. Nicht zuletzt, weil Capitano Tom Brandstetter extrem stark und sicher aufschlug und ein ums andere Mal punktete, sei es am Netz oder aus dem Hinterfeld, stand am Ende des ersten Satzes ein 25:22-Erfolg auf der Habenseite der Gastgeber.

In Satz zwei ging Mühldorf mit 3:1 in Führung und verwaltete lange Zeit diesen Vorsprung bis zum 16:14.  Bei einer 18:15-Führung durfte dann Mühldorfs jüngster Spieler, der erst 15-jährige Felix Schinko, sein Debüt in der 2. Bundesliga feiern. Er kam für Mittelblocker Flo Gschwendtner zum  Aufschlag und freute sich dann als Wegbereiter der 19:15-Führung. Die Häfeler reagierten mit einer Auszeit, David Dornauf kam auf Gästeseite für Anton Jung. Tatsächlich holten die YoungStars von 18:23 auf 21:23 auf, doch der Satz ging an Mühldorf (25:21).

Aufgeben war allerdings keine Option bei den Gästen. Sie lagen im dritten Satz zunächst in Front (2:0), bevor erst Hauke Ferch im Aufschlag und danach David Fecko die Führung zurück nach Mühldorf holten. Thomas Brandstetter warf im Aufschlag alles in die Waagschale (10:6). Mühldorfs Zuspieler Alex Brandstetter konterte mit ebenso schnellen und raffinierten Angriffsvarianten, punktete mit einigen Zuspielertricks und schaffte es, selbst verunglückte Annahmen noch so auf die Außenposition zu schieben, dass danach etwas Zählbares für Mühldorf heraussprang. Zurecht brachte ihm das den MVP-Titel ein. Den Matchball selbst durfte dann Hauke Ferch verwandeln. Der Aufschlag von Fabian Bartsch war so hart, dass die Gäste den Ball nicht in der eigenen Hälfte halten konnten. Ferch donnerte den Ball zum Sieg ins gegnerische Feld (25:20).

Euphorisch starteten die Mühldorfer Volleyballer am Sonntag gegen den SV Schwaig. Roth hatte an der Taktik vom Vortag festgehalten, nachdem die Mühldorfer Friedrichshafen mit 3:0 besiegt hatten. Das heißt: Mittelblocker David Fecko griff über Diagonal an, Hauke Ferch machte den Mittelblocker. Mühldorf servierte zudem hart, variierte viel im Service, während die Schwaiger viel zu viele Aufschläge ins Netz donnerten. 10:6, 16:11, 19:13 – Mühldorf überließ in Durchgang eins nichts dem Zufall,. Das 25:19 kam einer Deklassierung gleich.

Entsprechend selbstbewusst ging es in Abschnitt zwei weiter. Alex Brandstetter und Fabian Bartsch schlugen extrem hart auf und legten den Grundstein für eine schnelle 5:1-Führung. Schwaig wurde zwar stabiler, hechelte aber bis zum 10:6 Mühldorf hinterher. Mühldorf führte bereits mit 15:11, als sich Schwaig nun Punkt für Punkt herankämpfte. Florian Tafelmayer im Schwaiger Trikot servierte bis zum Ausgleich (15:15). Danach blockte Janis Späth nach Belieben und schlug anschließend bis zur 20:16-Führung für Schwaig auf. Es war wieder einer Aufschlagserie von Fabian Bartsch zu verdanken, dass Mühldorf noch auf 22:23 herankam, doch am Ende jubelte Schwaig (23:25).

Den Auftakt zu Satz drei hat Mühldorf dann schlichtweg verpennt. Schnell lagen die Gäste mit 4:1 und mit 8:4 in Front, bevor die Aufholjagd der Mühldorfer begann. Tom Brandstetter servierte mit brachialer Gewalt, wandelte einen 7:9-Rückstand in eine 11:9-Führung um. Zuspieler Alex Brandstetter setzte vermehrt seine Mittelblocker ein, womit die Schwaiger zunächst überfordert waren. Mit Hinterfeldangriffen hielten die Mühldorfer den Druck aufrecht, sie hatten sogar Satzball (24:23). Doch Schwaig drehte den Spieß um zum 26:24-Satzgewinn.

Im vierten Satz dann machte es sich immer mehr das Spiel vom Samstag bemerkbar. David Fecko konnte den Druck im Angriff nicht aufrecht erhalten, wirkte platt. Schnell zog ein abwehrstarkes Schwaig mit 10:5 und 13:7 davon. Mühldorf scheiterte immer mehr am gegnerischen Block und Schwaigs Außen Florian Tafelmayer spielte seine ganze Routine aus. Christian Schwabe am Aufschlag ließ die Gäste sogar auf 19:9 davonziehen. Was nun folgte, war allenfalls Schadenbegrenzung. Mühldorf wehrte sich tapfer, schloss noch auf 19:23 auf. Doch der Vorsprung von Schwaig war ausreichend, um am Ende einen 25:19-Satzgewinn zu bejubeln.

Immerhin: Der mit 18 Zählern punktgleiche Verfolger vom TuS Kriftel hat gegen die Sechstplatzierten aus Delitzsch ebenso Federn gelassen, verlor mit 0:3 und bleibt damit hinter dem Achten aus Mühldorf. Auf diesem Platz geht es nun in die Weihnachtspause. In der Halle stehen die Mühldorfer erst wieder am 15. und 16. Januar, wenn die Reise nach Sachsen geht. Der erste Gegner im neuen Jahr heißt Leipzig, tags darauf geht es gegen Delitzsch.