Jeder zweite Angriff war ein direkter Punkt

33 Punkte, 46 Prozent verwandelte Angriffe und eine sensationelle Annahmequote von 79 Prozent. Fabian Bartsch brachte am Samstag gegen den VC Dresden eine seiner besten Saisonleistungen für die Volleyballer des TSV Mühldorf aufs Feld und führte die Mühldorfer damit auf die Siegerstraße in einem Spiel, das an Spannung nicht zu überbieten war. Verdient wurde er dafür von Dresdens Trainer Niklas Peisl zum wertvollsten Spieler gewält. 

Zwei Großmann-Blocks, Hammerangriffe von Fabian Bartsch, eine sensationelle Abwehr von Kilian Nennhuber und ein David Fecko, der den Dresdnern ungeachtet ihrer Matchbälle den Volleyball um die Ohren haut. Der fünfte Satz in der Partie der 2. Volleyball-Bundesliga Süd zwischen dem TSV Mühldorf und dem VC Dresden hatte es in sich. Vier Matchbälle hatten die Mühldorfer bereits gegen sich, alle wehrten sie ab, bevor sie ihren ersten zum 19:17-Erfolg im fünften Durchgang nutzten. Mit 3:2 (27:25/24:26/22:25/25:21/ 19:17) gewann Mühldorf den Krimi, in dem es hin und her ging.

Die Ausgangslage war für beide Mannschaften nicht optimal. Verletzte und aufgrund von Corona-Quarantäne bedingte Ausfälle musste der Gast aus Sachsen kompensieren. Nur ein Mittelblocker des ursprünglichen Zweitligakaders, Christian Heymann, stand zur Verfügung. Dresdens Trainer Niklas Peisl nominierte deswegen Regionalligaspieler Florian Rietz nach, um die Lücke zu füllen. Mühldorf fehlte mit Tom Brandstetter der Kapitän und Motivator im Team. Für ihn rückte Fritz Vähning in die Startformation, ansonsten setzte Mühldorfs Trainer Michi Mayer auf die bewährten Kräfte mit Alex Brandstetter (Kapitän) als Zuspieler, Fabian Bartsch und Tobi Besenböck im Angriff sowie David Fecko und Flo Gschwendtner im Mittelblock. Kilian Nennhuber war als Libero für präzise Annahmen zuständig.

Dresden musste sich erst einmal ordnen, bis der neue Mittelblocker Florian Rietz ins Spiel gefunden hatte. Der machte das aber gar nicht schlecht, was sich in der 8:6- und 14:12-Führung ausdrückte. Mühldorf konnte immer wieder gleichziehen, weil vor allem David Fecko im Mittelblock für die Akzente am Netz sorgte. Mit beachtlichen 23 Punkten war David Fecko zweitbester Scorer für Mühldorf. Am Ende gingen drei Blocks, fünf Asse und 15 Angriffspunkten auf das Konto des Mühldorfer Mittelblockers ebenfalls eine super Leistung ab. Mit Fabian Bartsch am Aufschlag erspielte sich Mühldorf dann erste deutliche Vorteile (21:17). Den Schlusspunkt setzte ebenfalls Bartsch mit seinem erfolgreichen Angriff zum 27:25.

Danach allerdings war Mühldorf komplett von der Rolle. Unvermeidbare Fehler, Übertritt und Netzberührungen, spielten den Dresdenern in die Hände, die nun sensationell gut abwehrten und die daraus resultierenden Angriffe zur ständigen Führung nutzten. Dem 24:26 im zweiten Satz folgte ein 22:25 im dritten Durchgang. Wobei David Fecko im dritten Abschnitt eine größere Schmach verhinderte,als die Mühldorfer bereits mit 15:24 im Rückstand lagen, Fecko aber ein Service nach dem anderen ins Feld der Dresdener donnerte und der TSV immerhin auf 22:24 verkürzen konnte, bevor Dresden den Sack zumachte.

Mayer verstärkte in Abschnitt vier den Block mit Luis Großmann, der anstelle von Mittelblocker Gschwendtner ins Spiel kam, um als Linkshänder den Dresdner Block vor eine neue Herausforderung zu stellen. Mühldorfs Trainer setzte auch relativ früh auf ein System mit zwei Zuspielern, so wie er auch im zweiten Satz schon probiert hatte. Beim 8:10 kam Aust für Besenböck auf das Spielfeld, spielte schnell und verwirrte damit den Bock der Dresdener. Bartsch klopfte den Ball aus allen Lagen ins Feld der Dresdner, Druck kam auch auch von Vähning und Fecko – das 25:21 war der verdiente Lohn für Mühldorfs Mannschaft.

„Plötzlich war die Motivation wieder da, Fabian Bartsch hat unheimlich viel Stimmung auf dem Feld gemacht“, kommentierte Tim Aust nach dem Spiel den Krimi, der im fünften Satz an Spannung nicht zu überbieten war. Aust suchte immer wieder mit seinem schnellen Zuspiel Bartsch, der nicht nur einmal Dresdens Mittelblocker Heymann im Block links liegen ließ, sondern auch aus dem Hinterfeld ordentlich Druck machte. Fünf Matchbälle gab es, vier für Dresden einen für Mühldorfer. Der eine reichte dem TSV zum 19:17-Sieg.

Nach drei sieglosen Spielen sammelten die Mühldorfer zwei wichtige Punkte, um Platz acht mit nun 35 Zählern weiterhin zu verteidigen. Vier Spieltage stehen noch an, alles Heimspiele, verteilt auf die nächsten beiden Wochenenden. Am Samstag geht es gegen Hammelburg (16 Uhr), am Sonntag gegen Schweig.