Gut gerüstet für Test gegen Herrsching

Gut gerüstet für Test gegen Herrsching

So kann‘s weitergehen: Die Mühldorfer Volleyballer haben den Sportnamka-Cup in Dachau gewonnen und bei diesem Turnier am vergangenen Wochenende gezeigt, dass sie auch als Liganeuling mit den Drittliga-Teams mithalten kann, mit denen die Mannschaft von Trainer Michi Mayer in der nächsten Saison zu tun haben wird.

In erster Linie galt dieser Test der ersten Mühldorfer Herrenmannschaft dem Austesten raffinierter Spielzüge und der Integration der neuen Spieler. Und das klappte ganz gut, wie Mannschaftssprecher Fabian Bartsch bilanziert. In zwei Gruppen waren die sechs Teams eingeteilt. Mühldorf bekam es in seiner Gruppe mit dem Ligakonkurrenten des TSV Friedberg zu tun und mit der Bayernauswahl der Jugendlichen der Jahrgänge 2003/2004, in deren Reihen auch Mühldorfs Eigengewächs Kilian Nennhuber mitmischt.

Mühldorf trat nicht in kompletter Besetzung an, Neuzugang Nelson musste wegen einer Muskelverletzung aussetzen. Und auch Stammmittelblocker Nico Philipeit stand nicht zur Verfügung, weil der Polizist Dienst schieben musste. Also kümmerte sich neben Flo Gschwendtner Neuzugang Iven Ferch im Mittelbock um die Unterbindung der Angriffe des Gegners. Wechselweise ersetzte Charles Khan Iven Ferch, der für Fabian Liemer auf die Diagonalposition wechselte. Als Außenannahmespieler testete Mannschaftsbetreuer Tom Gailer mit Fabian Bartsch, Tom Brandstetter und Hauke Ferch drei Alternativen. Die Rechnung ging auf, mit 3:1 holte Mühldorf den Sieg.

Neuer Libero im Team: Alexander Mühlbauer kommt vom Regionalligisten Schwaig II nach Mühldorf.

Mit der Startformation aus dem ersten Spiel begannen die Mühldorfer auch gegen die Auswahlmannschaft des Bayerischen Volleyballverbandes, schnell waren Satz eins und zwei unter Dach und Fach. Danach brachte Coach Gailer den Nachwuchsspieler Jonas Zusann als Zuspieler für Alex Brandsetter, Hauke Ferch und Tom Brandstetter sollten es über Außen richten. Gschwendtner und Khan sollten die Mitte dicht machen und Liemer kam als Option über die Diagonalposition. „Es lief eigentlich nicht schlecht, wir hatten sogar schon drei Matchbälle. Doch wir verloren den Satz noch“, bedauert Fabian Bartsch. Ein ähnliches Bild bot Durchgang vier, erst im fünften reagierte Coach Gailer und brachte Iven Ferch, Fabian Bartsch und Alex Brandstetter, was die Mühldorfer dann auch auf die Siegerstraße brachte. Ganz solide präsentierte sich schon an diesem ersten Tag der neue Libero in der Reihe der Mühldorfer, Xander Mühlbauer – und das, obwohl er erst am Freitag zuvor das erste Mal mit den Mühldorfern trainiert hatte. „An der Abstimmung müssen wir noch arbeiten“, sagt Fabian Bartsch, „aber das wird schon!“

Der Gastgeber vom ASV Dachau (3. Liga) hatte sich dann am Sonntag im Überkreuzspiel gegen die Bayernauswahl das Ticket für das Halbfinale gesichert, wo der direkt qualifizierte Gruppensieger aus Mühldorf bereits wartete. Fabian Bartsch agierte nun auf der Diagonalposition, Tom Brandstetter und Hauke Ferch griffen über Außen an, Iven Ferch und Floh Gschwendtner waren über die Mitte gesetzt. Ein offener Schlagabtausch, der eine 1:0-Satzführung für Mühldorf brachte, doch Dachau konterte (1:2) und erst als Coach Gailer Fabian Bartsch für Hauke Ferch auf die Außenannahmeposition stellte, drehten die Mühldorfer das Spiel zum 3:2, sicherten sich damit den Finaleinzug.

Dort wartete der Testspielgegner der Vorwoche, der TSV Unterhaching, den die Mühldorfer in diesem ersten Test mit 5:0 geschlagen hatten. Diesmal aber traten die Hachinger gestärkt aufs Feld, Stamm- und Zuspieler Eric Paduretu sowie Mittelblocker Roy Friedrich, die letzte Woche noch fehlten, standen nun im Finalaufgebot. Zuspieler Alex Brandstetter machte auf Mühldorfer Seite wegen Rückenproblemen den Platz frei für Lars Rommel. Geschickt setzte er Tom Brandstetter und Fabian Bartsch als Außenangreifer ein, Liemer agierte als Diagonalangreifer, Iven Ferch und Flo Gschwendtner kamen über die Mitte. Der erste Satz ging noch knapp an die Hachinger (24:26), doch in den nächsten beiden Abschnitten fassten sich die Mühldorfer ein Herz, holten immer wieder Rückstände auf und münzten ein selbstbewusstes Auftreten in einen 25:23- und 25-22-Turniererfolg um.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Wochenende: Lars Rommel ist eine adä quate Ersatzkraft für Alex Rommel. Xander Mühlbauer verfügt über ein großes Potenzial als Libero. Und auch Fabian Liemer hat sich mit seiner Abwehrstärke durchaus als Diagonalspieler im Kampf um einen Stammplatz mit dem angriffsstarken Nelson empfohlen. Die wichtigste Erfahrung: Man kann mit den Mannschaften der dritthöchsten deutschen Spielklasse mithalten. Und mit der ersten Bundesliga? Darüber gibt das nächste Testspiel Ausschlag. Am kommenden Samstag, 14. September, kommt dazu der WWK Volleys Herrsching in die Mittelschulturnhalle nach Mühldorf. Eine Mannschaft, in der übrigens zwei Mühldorfer Eigengewächse mitmischen: Johannes (Jahrgang 1997) und Ferdinand Tille (1988) haben ihr Volleyball-Handwerk in Mühldorf erlernt und spielen nun als Angreifer und Libero beim „geilsten Club der Welt“, wie sich die Herrschinger nennen.

Nicht nur der Spitzname ist etwas Besonderes bei den Bundesligisten aus Herrsching: Ihr Trikot ist stilistisch einer Lederhose nachgeahmt. Mal schauen, wer am Ende „juchzt“, Spielbeginn ist um 19 Uhr.

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