„Es muss endlich wieder ein Sieg her“

Das fordert Trainer Michi Mayer auf der Zielgeraden in der 2. Volleyball-Bundesliga. Fünf Spiele haben die Mühldorfer noch vor sich, der letzte Sieg liegt vier Wochen zurück. Immerhin: Beim 0:3 gegen den Tabellenzweiten aus Karlsruhe war eine Leistungssteigerung erkennbar, und das, obwohl mit Kapitän Tom Brandstetter eine tragende Säule des Mühldorfer Spiels wegen einer Bänderverletzung ausgefallen war. Und so überwiegt die Zuversicht. Denn der Samstagsgegner aus Dresden, der in der Mittelschulturnhalle aufschlagen wird, liegt den Mühldorfern. Drei Spiele, drei Siege und neun Punkte – so lautet die Bilanz der Mühldorfer Volleyballer gegen die Gäste von der Elbe, die im Hinspiel von den Mühldorfern im Hinspiel klar mit 3:0 besiegt wurden.

Tim Aust

Die Zuversicht ist deswegen groß, weil zuletzt gegen Karlsruhe die Annahme stabiler war, die Aufschläge härter kamen und auch die Spiellaune auf das Feld zurückgekehrt war. Und Michi Mayer nutzte die personelle Notsituation dazu, etwas Neues auszuprobieren. Tim Aust bekam entsprechend viel Spielzeit und bewies, dass er ein nervenstarker Zuspielerersatz für Alex Brandstetter sein kann. Brandstetter wiederum zeigte, dass er als Diagonalagreifer Akzente setzen kann. Und dass mit dem Zwei-Meter-Mann Luis Großmann der Block der Mühldorfer mehr Reichweite gewinnt war eine ebenso wichtige Erkenntnis der Mühldorfer, die auch nach einer langen Durststrecke ohne Punkteausbeute immer noch stabil auf Rang acht geführt werden. 33 Zähler stehen zu Buche, der Klassenerhalt ist bereits unter Dach und Fach, Mühldorf kann also befreit aufspielen.

Kilian Nennhuber

Und Mayer wird sicherlich wieder neue Strategien ausprobieren, auch im Hinblick auf die kommende Saison. Dass der 17-jährige Kilian Nennhuber nicht nur gut annehmen kann, sondern auch im Angriff über eine große Übersicht verfügt, hat er zuletzt gegen Karlsruhe gezeigt. Ob er auch gegen den Tabellenelften aus Dresden eine Option ist, darüber lässt sich Mayer noch nicht aus. Denn nach zwei Spielen Abstinenz steht am Samstag um 19 Uhr (Livestream über sporttotal.tv) auch Fritz Vähning über die Außenposition zur Verfügung, der zuletzt mit der U17-Nationalmannschaft unterwegs war, in Italien um die Qualifikation für die Europameisterschaft kämpfte, aber leider das Ticket nicht lösen konnte.

Mit dem VC Dresden kommt am Samstag eine Mannschaft, die zuletzt die Spieltage von der Couch aus verfolgen musste. Wegen einer Corona-bedingten Quarantäne war die Partie am vergangenen Wochenende gegen Mainz-Gonsenheim abgesagt worden, erst im Laufe der Woche durften die Dresdener in die Halle, um sich auf das Spiel in Mühldorf vorzubereiten. Auch wenn das Bedauern über das ausgefallene Spiel groß war, durften die Dresdener dennoch jubeln. Denn ohne eigenes Zutun wurde der Klassenerhalt am Wochenende perfekt gemacht. Weil der Vorletzte der Tabelle, der TV Bliesen, gegen Hammelburg mit 0:3 verloren hatte, ist nun das Punktepolster der Elbstädter groß genug, um mit dem Abstieg sicher nichts mehr zu tun zu haben. Ohne Druck wollen die Dresdener bei ihrem letzten Auswärtsspiel in Mühldorf aufspielen.

Zied Chalghmi

Das Hinspiel ging klar mit 3:0 an die Bayern, der VCD spricht heute noch von einem der schwächsten Heimspiele der Saison. In Mühldorf will sich die Mannschaft von Trainer Niklas Peisl von einer besseren Seite präsentieren, doch muss  das Team erneut auf Mannschaftskapitän Paul Schneider verzichten, der weiterhin an einer Verletzung laboriert. Im Mittelblock stehen weiterhin Karl-Lennart Klehm und Sebastian Rösler nicht zur Verfügung. Zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison wird Florian Rietz im Mittelblock kommen. Er gehört zu den talentierten jungen Spielern aus dem Regionalliga-Team, das allerdings bislang nicht trainieren durfte. “Nach der Quarantäne, die für einige Spieler von uns noch nicht beendet ist, sollten alle die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Andererseits hat Mühldorf gerade ähnliche Probleme und muss auch Stammkräfte ersetzen”, so Peisl.

In der Tat fehlt den Mühldorfern neben Tom Brandstetter mit Zied Chalghmi ein Routinier, der maßgebend war, dass Mühldorf so früh den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht hatte. Jonathan Helm laboriert weiterhin an einer Schulterverletzung.