Ein Dutzend Aufschläge in Folge drehen das Spiel

1:2-Satzrückstand und 2:6 im vierten Satz. Das sah nicht gut aus für die Mühldorfer Zweitliga-Volleyballer im ersten Heimspiel des Jahres gegen den TuS Kriftel. Dann aber kam Fabian Bartsch an die Grundlinie. Ein Dutzend Aufschläge später dann ein ganz anderes Bild. Mühldorf befindet sich plötzlich auf der Siegerstraße, dank der Sprungaufschläge von Fabian Bartsch war es am Ende die Mannschaft aus Mühldorf, die nach einem hart umkämpften Fünf-Satz-Sieg jubelte. Mit 3:2 (21:25/ 25:19/ 22:25/ 25:14/ 15:7) sicherte sich das Team des Neuöttinger Trainers Michi Mayer den sechsten Sieg in Folge und rückt damit in der 2. Bundesliga auf Rang sechs vor.

Trainer Mayer war allerdings gefordert vor dieser Sonntagspartie. Gleich drei Spieler standen nicht zu Verfügung. Muskuläre Probleme und Blessuren am Knorpel hemmten die Youngsters Tim Aust und Jonathan Helm; Zied Chalghmi fiel weiterhin wegen Knieproblemen aus. Mayers Taktik: Fabian Bartsch sollte die Schlagkraft der Mühldorfer über Außen erhöhen, stattdessen erhielt Fabian Liemer als Diagonalspieler das Vertrauen der beiden Mühldorfer Trainer Michi Mayer und Sepp Wolf.

Den Start verschliefen die Mühldorfer. Schnell lag Mühldorf mit 5:9 im Hintertreffen und musste dann den Ausfall von Fabian Bartsch in Kauf nehmen, der sich nach einem Zusammenstoß mit Kilian Nennhuber das Knie verdreht hatte und bei 10:11 gegen Fritz Vähning ausgewechselt werden musste. Mühldorf blieb zwar dran, doch Kriftel ließ nicht mehr locker. Auch wegen eines stark spielenden Cedric Braetsch im Außenangriff zogen die Gäste den Satz an Land.

Mayer vertraute weiterhin auf seine Taktik, wechselte lediglich Hauke Ferch gegen Fritz Vähning ein, um über den Außenangriff die Erfahrung wirken zu lassen und die Annahme zu stabilisieren. Tatsächlich kam Mühldorf besser ins Spiel. 8:2, 13:7, 17:9. Mühldorf spielte wie entfesselt, auch weil Kapitän Tom Brandstetter Verantwortung übernahm und fast sämtliche Angriffe forderte – und auch die Bälle haargenau von seinem Bruder Alex zugespielt bekam.

Im dritten Durchgang dann wieder der Schnitt. Mayer hatte Vähning für Ferch starten lassen. Mühldorf mangelte es gegen eine stark verteidigende Krifteler Mannschaft um den glänzend aufgelegten Libero Felix Blume an Durchsetzungskraft am Netz, außerdem war dem TSV in entscheidenden Spielphasen keine Glückssträhne gegönnt, man lag stets mit drei Punkten zurück. Mayer brachte Bartsch für Liemer und Ferch für Vähning. Der Zug war aber schon abgefahren (22:25).

Alles schien nun für Kriftel zu laufen, mit 6:2 führten die Südhessen bereits in Durchgang Nummer vier, als Fabian Bartsch zum Aufschlag kam und mit einem Dutzend knallharter Sprungaufschläge die Gäste rasierte. Mit der 15:6-Führung war Kriftels Widerstand gebrochen, gegen die nun auch block- und abwehrstarken Mühldorfer gelang nur noch eine Ergebniskosmetik zum 25:14.

Im fünften Satz ließen sich die Mühldorfer nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Zuspieler Alex Brandstetter servierte hart und spielte einen 7:2-Vorsprung heraus. Am Netz überragend: Flo Gschwendtner, der nicht nur Blockpunkte holte, sondern auch im Angriff Akzente setzte, fünf Zähler sollten in diesem Satz auf ihn gehen. Keine Chance für den TuS Kriftel, der schließlich mit 7:15 die Haare gestutzt bekam.

Am Samstag dürfen die Mühldorfer beim Tabellenzweiten TSC Grafing aufschlagen, der am Wochenende mit jeweils 3:0 Leipzig und Dresden das Fürchten gelehrt hatte.

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