Der Sechste gegen den Zehnten: Duell der Aufsteiger

17 Punkte bei Mühldorf, 12 bei Dresden. Das sieht nach klaren Vorteilen für die Mühldorfer Volleyballer aus, die zum Duell der Aufsteiger am heutigen Samstag beim VC Dresden aufschlagen. Doch Trainer Michi Mayer weiß natürlich: Das wird ein heißer Tanz an der Elbe. Nach den beiden Heimsiegen des VC gegen Hammelburg und Bliesen erwartet der Mühldorfer Trainer ein selbstbewusstes Team in der Sporthalle des Gymnasiums Bürgerwiese.

Trainer Michi Mayer

„Wir starten schon früh, um 8 Uhr morgens, essen gemeinsam und entspannen dann im Hotel, damit wir genügend Zeit haben, uns von der Fahrt zu erholen, um am Abend dann auf den Punkt die Leistung abrufen zu können“, berichtet Mayer. Die Pause nach der Fahrt sei wichtig, um die maximale Leistung abrufen zu können, „wenn es auch nur 95 Prozent sind, kann uns das schon das Genick brechen gegen ein Team wie Dresden“, warnt Mühldorfs Trainer.

Jung und wild – diese Attribute wurden den Mühldorfern nach dem jüngsten Sieggegen den FT 1844 Freiburg verliehen. Von „wilden Angriffen“ war bei der Spielanalyse der Gegner zu hören. Trainer Michi Mayer kann das nur bestätigen, „im positiven Sinne“, wie der Mühldorfer Trainer sagt. „Für andere mag das teilweise wie Kuddelmuddel-Volleyball aussehen, aber wir sind ungewöhnlich erfolgreich mit unseren unorthodoxen Angriffen, die dann meistens aus dem Hinterfeld kommen. Tom Brandstetter und Fabian Bartsch haben hier eine ungeheure hohe Quote an guten Bällen. Ich behaupte sogar, dass wir in diesem Bereich die stärkste Mannschaft der Liga stellen“, fasst Michi Mayer die letzten Partien zusammen.

Fabian Bartsch

In der Tat hervorstechend: Fabian Bartsch. Ihm wurden im Spiel gegen Freiburg 19 Punktgewinne zugerechnet, 43 Angriffe gingen über ihn, 20 über Kapitän Tom Brandtetter. Bartsch lieferte mit 18 Agriffspunkte ganz ordentlich ab, Brandstetter brachte es auf elf. „Da geht noch was“, grinst Mühldorfers Angreifer, der sich zuletzt auf Diagonal und im Außenangriff mit Zied Chalghmi abgewechselt hatte. Vielleicht sogar 22 Punkte? Das würde sich mit seinen 22 Jahren decken, am Freitag feierte er Geburtstag, doch was heißt schon feiern in Zeiten von Corona?

Kapitän Tom Brandtetter

Stattdessen volle Konzentration auf die Begegnung mit Dresden. Die Situation vor dem elften Spiel der Mühldorfer: In den vergangenen drei Partien ist die Mannschaft um Michi Mayer nie ohne Punktgewinn geblieben, sieben Zähler sammelten die Innstädter dabei, aktuell nehmen sie mit 17 Punkten Platz sechs in der Tabelle ein. Dresden hat zwar nur einen Sieg weniger, der aktuelle 10. Tabellenplatz ist aber der Tatsache geschuldet, dass Dresden ungewöhnlich oft über die volle Distanz ran musste – viermal gingen die Partien über fünf Sätze, davon gewann Dresden zwei Spiele – und damit einige Punkte auf der Strecke geblieben sind. Nach Siegen zuletzt gegen Hammelburg (3:2) und Bliesen (3:1) mussten die Dresdener zuletzt im Sachsenderby gegen Leipzig ein 1:3 hinnehmen.

Um sich optimal auf die Partie gegen die Spieler aus der Elbflorenz vorzubereiten, haben die Mühldorfer am Donnerstag noch gegen den Tabellenzweiten TSV Grafing ein Testpiel absolviert. Für Trainer Mayer die Gelegenheit, um dem zweiten Zuspieler Tim Aust Spielzeit zu gönnen. Und auch der Amberger Neuzugang Jonathan Helm hat Spielminuten erhalten.

Text: Kathrin Enzinger / Bilder: Rainer Preß

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