Der Block der Mühldorfer stand stabil

Der TSV Mühldorf tut der 2. Bundesliga gut – soviel steht schon mal fest, nachdem die Mühldorfer Volleyballer ihren vierten Spieltag hinter sich gelassen haben. In einem dramatischen Spiel gegen den bis dato sieglosen TuS Kriftel fehlten am Ende drei Punkte, um den dritten Sieg in Folge zu bejubeln. Mit 2:3 (22:25/25:20/31:29/17:25/12:15) unterlagen die Mühldorfer dem Gastgeber in Südhessen.
Mühldorf war von Anfang an auf Augenhöhe (12:12), Kriftel setzte sich erst ab, als sich Mühldorf kleinere Ungenauigkeiten leistete und den Gastgeber zunächst drei Punkte Vorsprung gönnte(16:13), später sogar fünf (21:16). Zwar lieferten sich beide Teams eine Abwehrschlacht par excellence, doch Mühldorf konnte wegen zu vieler unpräziser Bälle nicht den Druck im Angriff erzeugen, der den Satzverlust noch hätte verhindern können. Kriftel hingegen, mit ihrem blockstarken 1,95-Meter-Mann Philip Büchi auf der Diagionalposition, holte sich den Satz mit 25:22.

Ausgeglichen ging es weiter, zunächst mit einer leichten Führung der Krifteler, doch Mühldorfs Zuspieler wählte nun immer raffiniertere Bälle aus der Trickkiste, setzte verstärkt neben den Außenannahmespielern auch die Mittelblocker ein, die schließlich eine 11:9-Führung bewerkstelligten. Mit Fabian Bartsch im Aufschlag und im brachialen Angriffsspiel auf der Diagonalposition setzten sich die Mühldorfer auf 15:10 ab. Auch weil Zied Chalghmi im Außenangriff geschickt agierte, hielt Mühldorf den Vorsprung (20:15). Routiniert verwalteten die Mühldorfer die Führung durch konzentrierte Spielweise bis zum Satzgewinn (25:20).

Dann war es wieder Satz drei, der – wie schon in der Vorwoche gegen Bliesen – zum Krimi werden sollte. Einen Drei-Punkte-Rückstand (3:6) egalisierten die Mühldorfer noch, bevor Kriftel aufdrehte und sich auf 16:10 absetzte. Mühldorf war zu diesem Zeitpunkt konfus, so dass Michi Mayer für Zied Chalghmi den 16-jährigen Youngster Fritz Vähning einwechselte. Fabian Bartsch, der zurecht zum wertvollsten Spieler auf Mühldorfer Seite ausgezeichnet werden sollte,  griff aggressiv an und servierte entsprechend hart. Kriftel versuchte durch Spielerwechsel die Dominanz der Mühldorfer zu brechen. Doch stattdessen hieß es plötzlich: Satzball für Mühldorf (24:23). Wiederum war es Bartsch, der nach längerem Hin und Her dem Satz den Deckel aufsetzte (31:29).

In Durchgang vier lief es dann nur noch bis zum 5:6 ausgeglichen. Kriftel griff nun mutig und beherzt an, Mühldorf jedoch erschien müde, kam am Netz nicht mehr durch und Kriftel marschierte davon (9:20). Mayer reagierte, hatte den Satz bereits abgehakt und wollte zumindest der Stammformation eine Pause gönnen, indem er Charles Kahn für den angeschlagenen David Fecko ins Spiel brachte, Jonas Zusann sollte für Alex Brandstetter das Zuspiel übernehmen. Immerhin: Mühldorf tastete sich heran (13:21), den Satzverlust konnten die TSVler aber nicht mehr abweden (17:25).

Im entscheidenden fünften Abschnitt vertraute Michi Mayer wieder auf die Stammformation um David Fecko, Flo Gschwendter, Zied Chalghmi und Tom Brandstetter sowie Fabian Bartsch und Alex Brandstetter. Das klappte bis zum 5:5 ganz gut, dann aber lief Mühldorf ständig einem Zwei-Punkte-Rückstand hinterher, gegen die Routiniers aus Südhessen zuviel. Mit 15:12 holten sich die Krifteler Spiel, Satz und Sieg.

Das Fazit: „Wir haben generell zu inkonsequent gespielt und die Chance nicht genutzt. Aber immerhin hat es zu einem Punkt gereicht“, sagt Zuspieler Jonas Zusann. Michi Mayer war die Enttäuschung anzumerken, dass Mühldorf die Chance zum Sieg nicht ergriffen hat. Er hat dafür aber auch eine Erklärung: „Wir haben so gespielt wie wir die Woche über trainiert haben.“ Wichtige Leistungsträger hätten aus diversen Gründen nicht am Training teilnehmen können, „so etwas verkraftet die junge Mühldorfer Mannschaft in der zweiten Bundesliga nicht“, meint Mühldorfs Coach. Doch er hat auch ein Lob übrig: „Ein großes Bravo an Fritz Vähning für sein hervorragendes Debut. Er hat den dritten Satz zu Gunsten Mühldorfs gedreht!“