„Bartschi, Bartschi, Tambo!“

„Bartschi, Bartschi, Tambo!“

Florian Holland mit Josef Enzinger

Da musste Hallensprecher und DJ Florian Holland nicht lange suchen. Wann immer Fabian Bartsch einen Ball „tot“ gemacht hatte, also einen direkten Punkt, dröhnte der Hit der Band „Carrapicho“ durch die Boxen in der Mittelschulturnhalle: „Bachi, Bachi, Tambo!“ schallte es dann aus den Boxen, die Zuschauer klatschten begeistert im Takt. Etwa ein Dutzend Mal durfte Holland das Knöpfchen drücken, um die Angriffsbemühungen des Mühldorfer Außenangreifers zu würdigen, der damit in der Schlussphase des Spiels gegen den TSV Niederviehbach die Kohlen aus dem Feuer holte. Denn die Partie des Erstplatzierten aus Mühldorf gegen die Niederbayern stand auf Messers Schneide, in fünf Sätzen rangen die Mühldorfer den Niederviehbachern dann noch zwei Punkte ab. Am Ende des Drittliga-Spiels hieß es 3:2 (25:21, 21:25, 25:14, 20:25, 15:11).

Trainer Michi Mayer

Der Erste gegen den Letzten: Wann, wenn nicht in so einer Partie, konnte Trainer Michi Mayer sonst seine Ergänzungsspieler einsetzen, um ihnen Spielzeit zu gönnen? Tatsächlich ließ der Mühldorfer Trainer seine Leistungsträger Iven Ferch und Fabian Bartsch diesmal auf der Bank sitzen, brachte Hauke Ferch als Außenangreifer und ließ in der Mitte Nico Philipeit und Florian Gschwentner gewähren.

Vor 230 Zuschauern präsentierten sich die Niederviehbacher aber auf Augenhöhe. Beide Teams servierten risikoreich, lange gestaltete sich die Partie ausgeglichen. Die Gäste führten zwischenzeitlich sogar (17:19), und so kam es gerade recht, dass Nico Philipeit ziemlich druckvoll zur 22:20-Führung aufschlug und damit die Basis für den späteren Satzgewinn legte (25:21).

Schon in Durchgang eins hatten sich die Annahmeschwächen bei den Mühldorfern bemerkbar gemacht. Ungewohnt unpräzise agierten Xander Mühlbauer und Hauke Ferch, so dass Zuspieler Alex Brandstetter gefordert war, um zumindest seine Außenangreifer mit Pässen zu bedienen. Die Mittelblocker blieben fast komplett außen vor. Das baute die Niederviehbacher auf, die mit 9:5 davonzogen. Ein Doppelwechsel – Lars Rommel und Fabian Liemer für Nelson und Alex Brandstetter –vermochte nichts zu ändern. Im Gegenteil: Niederviehbach baute seine Führung aus (13:8), hatte mit Netzrollern auch noch das nötige Quäntchen Glück beim Aufschlag, um weiter davonzuziehen (17:9). Nach dem Rückwechsel kam Alex Brandstetter mit seinem Aufschlag noch auf 16:19 ran, doch zwei starke Blocks der Niederbayern machte den Mühldorfern mit 25:21 den Garaus in diesem Abschnitt.

Nun schritt Mayer ein, ließ die Stammformation auflaufen, indem er Iven Ferch und Fabian Bartsch brachte. Tatsächlich waren die Annahmen nun besser, die Mühldorfer waren spielbestimmend. 6:1, 18:10, 21:14. Vier sensationell platzierte Flatteraufschläge von Youngster Jonas Zusann sorgten für den Satzgewinn zum 2:1 (25:14).

Doch aufgeben wollten die Niederviehbacher noch nicht: Sie nutzten in Durchgang vier eine erneute Schwächephase in der Annahme der Mühldorfer schamlos aus, standen in der Feldabwehr um einen annahmestarken Libero Hannes Blattenberger sicher und erspielten sich erst eine 7:3- und eine 12:6-Führung. Nelson hatte seine Probleme auf der Diagonalposition, Mühldorfs Angriff biss sich am Block um Mittelblocker Moritz Engelmann die Zähne aus, während Niederviehbachs Diagonalspieler Luis Großmann ein ums andere Mal punktete. „Egal, was wir versucht haben. Luis Großmann haben wir heute einfach nicht in den Griff bekommen“, ärgerte sich nach dem Spiel Mühldorfs Trainer Michi Mayer. Starke Aufschläge von Tom Brandstetter, der nach dem Spiel zum wertvollsten Spieler auf Mühldorfer Seite ausgezeichnet werden sollte, brachten die Mühldorfer zwar noch heran (20:24), doch die Gäste ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen (20:25).

Also musste die Entscheidung in Satz fünf her. Fabian Bartsch forderte nun die Bälle, bekam sie auch und holte im Angriff die Punkte für die Mühldorfer. Ausschlaggebend zum 3:2-Sieg waren dann aber wieder Philipeits Aufschläge knapp über die Netzkante, die die Mühldorfer 14:10 in Front brachten, der Rest war dann kein Problem mehr (15:11).

Mühldorf bleibt mit zwei weiteren Zählern Tabellenführer, erhöhte – trotz eines Spiels im Rückstand – sogar den Abstand zum Zweiten aus Eibelstadt um einen weiteren Punkt. Die „Black Mamas“ verloren nämlich ihr Spitzenspiel gegen den Vierten aus Friedberg, sind nun drei Punkte hinter Mühldorf und haben Dresden im Nacken (20 Punkte).

Text: Mühldorfer Anzeiger – Josef Enzinger / Bilder: Rainer Preß

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